Die Zahl der Kindesentziehungen durch Mütter oder Väter, die gegen den Willen des anderen Elternteils mit dem Kind in ihr Heimatland zurückkehren, wächst jedes Jahr. Im Jahr 2016 verzeichnete das Bundesamt für Justiz allein in Deutschland 511 Verfahren der internationalen elterlichen Kindesentziehung.
Das Plenum des EU Parlaments stimmte in dieser Woche deshalb mehrheitlich für neue Vereinbarungen innerhalb der Europäischen Union, in deren Fokus das Kindeswohl und der Schutz der entsprechenden Rechte des Kindes stehen. Durch die neuen und verbesserten Regeln gegen Kindesentziehungen soll zudem weitere Rechtssicherheit auf diesem Gebiet geschaffen werden. Die Vorgaben sehen eine bessere Zusammenarbeit von Gerichten und Behörden zwischen den einzelnen EU-Mitgliedstaaten vor. Dadurch sollen unter anderen die Verfahrensdauer der Fälle und auch die Zeit der Ungewissheit eines Kindes, in welchem Land und bei welchem Elternteil es künftig leben wird, wesentlich verkürzt werden.